Alkohol und Tabak: Medizinische und Soziologische Aspekte by Otto-Michael Lesch

By Otto-Michael Lesch

Die therapeutischen Möglichkeiten bei Alkohol- und Tabakabhängigkeit wurden in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert. Heute wirkt eine maßgeschneiderte Therapie bei Untergruppen von Abhängigkeitserkrankungen wesentlich langfristiger als früher übliche starre Abstinenzprogramme. Diesem neuen therapeutischen Ansatz widmet sich das Buch. Die Autoren stützen sich dabei auf Ergebnisse der Basisforschung, aber auch auf Erfahrungen aus der Praxis, die sie mit konkreten Fallbeispielen belegen.

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Diese Folgebeschwerden führen den Rauchenden meist in die Therapie. Im Falle einer kombinierten Nikotin- und Alkoholabhängigkeit liegen oft schwerere Folgekrankheiten vor, und es werden auch meist noch stärkere Entzugserscheinungen beobachtet. Abb. 1 Einstellung zum Alkoholkonsum Seit Jahrhunderten werden in Mitteleuropa alle Arten von alkoholischen Getränken – Wein, Bier, Most, Spirituosen – erzeugt. Jugendliche wachsen in einem alkoholpermissiven Milieu auf und erleben eine Erwachsenenwelt, in der Trinken durchaus als sozial anerkanntes bis gewünschtes Verhalten demonstriert wird.

Knapp 50 % der Erwachsenen halten es für angemessen, dass Jugendliche zwischen dem 16. und dem 18. Geburtstag zu Hause oder bei Partys Alkohol zu sich nehmen – eine Einstellung, die sich im Wesentlichen mit den geltenden Jugendschutzbestimmungen deckt. Je nach Situation halten 9 bis 18 % Alkoholkonsum auch schon vor dem 16. Geburtstag für zulässig. Die restlichen ca. 40 % der Befragten würden ihren Kindern Alkohol erst nach dem 18. Lebensjahr verabreichen. In den letzten Jahren hat sich der Beginn des Trinkens bei Mädchen in jüngere Jahre verschoben, während Burschen ihr Trinkverhalten eher leicht reduziert haben (Eisenbach-Stangl I.

1926, 1975). Eines der Motive des Einnahmeverhaltens ist der Drang nach Triebentladung. Fenichel O sieht als Ursache eines überhöhten Alkoholkonsums Frustration und innere Hemmungen, das schwache Ich ist den rivalisierenden Impulsen von Über-Ich und Es ausgesetzt, es ist unfähig, Bedürfnisse und Triebwünsche sinnvoll zu befriedigen (Fenichel O. 2005). Das Ich wird also durch die Hilfe des Alkohols vom einschränkenden ÜberIch befreit, woraus Spannungs- und Angstminderung resultieren und damit Lustgewinn.

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